Der FC Memmingen hat in der Relegation zur Fußball-Regionalliga noch alle Chancen, um aufzusteige - hatte gegen die SpVgg Ansbach aber auch Glück.
Selbst wenn nur der Sieger der Paarung FC Memmingen gegen die SpVgg Ansbach in der kommenden Saison sicher in der Fußball-Regionalliga spielen sollte, hat der FCM noch alle Chancen. Am Dienstagabend endete das Hinspiel der zweiten Relegationsrunde vor 1564 Zuschauern 1:1 (0:1). Weiter geht es für den FCM am Freitag ab 18.30 Uhr mit dem entscheidenden Rückspiel in Ansbach.
Nach dem 0:1 zuhause und dem von vielen nicht mehr für möglich gehaltenen 4:1 beim VfB Eichstätt in der ersten Relegationsrunde konnte der FCM seinen Fans zwar nicht gleich das nächste Überraschungs-Ei schenken, bot aber eine Leistung, die für Freitag hoffen lässt.
Bei besten äußeren Bedingungen und vor einer stattlichen Kulisse, die der FCM zu seinem eigenen Bedauern im Liga-Alltag nicht begrüßen kann, war die Ausgangslage klar: Die Gäste aus Ansbach wollen unbedingt den Klassenerhalt in der Regionalliga schaffen, der FCM will sehr gerne dorthin zurückkehren. Das wurde auch gleich auf dem Platz deutlich: Obwohl in den ersten 20 Minuten zwingende Torchancen Mangelware waren, schenkten sich beide Teams nichts. In der 23. Minute schließlich gingen die Gäste etwas überraschend 1:0 in Führung. Torschütze war Sven Landshuter. In der Folge lieferten sich beide Teams einen bissigen Schlagabtausch, bei dem kein Klassenunterschied zu erkennen war – weder in kämpferischer noch in spielerischer Hinsicht. Nach 45 Minuten war für den FCM noch alles drin. Beim Stande von 0:1 ging’s in die Kabinen.
Nach der Pause verhinderte Memmingen Keeper Tobias Werdich kurz nach dem Wiederanpfiff mit einer artistischen Parade den zweiten Treffer der Gäste – und hielt sein Team im Spiel. Für Lukas Bettrich spielte beim FCM mittlerweile Tiziano Mulas. Er war wie Simon Neubrand aus der U21 des FCM in den Kader der „Ersten“ gerückt. In der 50. Minute fälschte „Dodo“ Stroh-Engel, der schon in Eichstätt zwei Treffer erzielt hatte, einen Schuss von Nikola Trkulja unhaltbar ins Ansbacher Tor ab und glich das Spiel aus. Sechs Minuten danach landete ein Ansbacher Kopfball an der Latte des Memminger Tors.
In der 65. Minute lupfte dann Ansbachs Torschütze Sven Landshuter den Ball an die Latte des Memmingers Gehäuses, kurz darauf hämmerte Daniel Schelhorn die Kugel an den Pfosten des FCM-Kastens. Man übertreibt also nicht, wenn man sagt, dass der FCM in dieser Phase des Spiels großes Glück hatte. Doch er fing sich wieder und hielt bis zum Schluss das verdiente Unentschieden.
Memmingens Trainer Stephan Baierl musste auf mehrere Akteure verzichten: Flemming Schug hatte sich in Gundelfingen die Schulter ausgekugelt und konnte nicht auflaufen. Auch bei Luis Sailer-Fidalgo ging es trotz aller Bemühungen der medizinischen Abteilung noch nicht. Martin Dausch und David Mihajlovic, die den FCM nach dieser Saison verlassen werden, sind nach offiziellen Angaben des Vereins im Urlaub und stehen nicht mehr zur Verfügung. Maximilian Rupp weilt aus beruflichen Gründen bis Mittwoch im Ausland und konnte sich nicht loseisen. Mathias Bauer hingegen, der in Kürze für die Auswahl des Bayerischen Fußball-Verbandes beim UEFA-Regionen-Pokal in Spanien antritt, hatte sich kurzfristig entschlossen, erst nach dem wichtigen Spiel gegen Ansbach zur Auswahl des Freistaats zu stoßen. Er wurde kurz vor Schluss eingewechselt.
Von Manfred Jörg – Memminger Zeitung online vom 07.06.2023 – Foto (C) Siegfried Rebhan
